Dienstag, 22. Dezember 2015

Eine Weihnachtsgeschichte





Eine Weihnachtsgeschichte

Der kleine Kobold Gwendolin saß in seiner Wurzelwohnung im Wald und war ratlos. Er hatte einfach keine zündende Idee, wie er seinen Koboldfreunden und –freundinnen in diesem Jahr eine Weihnachtsfreude machen könnte. Und dabei hatte Gwendolin sich ein besonderes Ziel gesetzt. Er hatte nämlich in den letzten Jahren festgestellt, dass viele seiner Freunde und Freundinnen wegen der hektischen Vorbereitungen gar nicht zur Ruhe kamen. Aber vor lauter Hektik und Zeitmangel hatte die eigentliche, tiefe Freude über das Weihnachtsgeschehen gar nicht entstehen können. Als Gwendolin einem Freund von seinen Überlegungen erzählen wollte, antwortete dieser: „Sinn – Weihnachten – keine Ahnung! Und außerdem habe ich sowieso keine Zeit.“ Gwendolin erschrak und dachte bei sich: „Wozu dann all die Weihnachtsgeschenke, wenn das grö0te Geschenk, die allergrößte Freude und der Grund der Aufmerksamkeiten in Vergessenheit geraten sind!“  Gwendolin grübelte und grübelte…
Als er zum Fenster raus schaute, sah er plötzlich in der Ferne einen Punkt, der langsam näher kam. Bald erkannte er seinen Freund Arnulf.  Gwendolin freute sich sehr über den unerwarteten Besuch und stellte schnell Teewasser  auf, zündete eine Kerze an und stellte seinen selbstgebackenen Schokoladenkuchen auf den Tisch. Als Arnulf ankam, war ein gemütlicher  Teetisch hergerichtet. Die Begrüßung der Freunde war herzlich. Sie hatten sich viel zu erzählen und Gwendolin berichtete auch von seinen Sorgen wegen der Geschenke. Da sprach Arnulf:“ Eigentlich bin ich nur gekommen, um dir schnell ein Geschenk zu bringen. Der liebevoll gedeckte Tisch und deine Liebe und Wärme hier ließen mich jedoch zur Ruhe kommen. Du hast mir heute nichts geschenkt außer deinen wunderbaren Kuchen, den duftenden Tee und trotzdem hast du mir Weihnachten viel näher gebracht als die Geschenke, die ich sonst bekam. Ich danke dir von Herzen…“
Arnulfs Worte gingen Gwendolin lange durch den Kopf und plötzlich hatte er eine Idee. Er bereitete viele kleine  Säckchen vor und packte nur eine Kerze, einen Beutel Tee, Schokolade und einen Zettel hinein, auf dem stand:
„Lieber Freund, liebe Freundin, eine Kleinigkeit zum Fest!
Zünde dir die Kerze an, brühe den Tee auf und während du die Schokolade isst, freue dich darüber, dass du dir ein wenig Zeit genommen hast für dich und für den Sinn des Weihnachtsfestes!“



In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein wenig Zeit für Euch und Eure Liebsten und genießt einfach das Beisammensein, die Stille genauso wie das Lebhafte, das Lachen genauso wie bestimmt einige Tränen und einfach die Ruhe , Gemütlichkeit und Stille, die mit Weihnachten einher geht